Die Wahrheit über Stalin

Herausgegeben 1979 von der
Kommunistischen Partei Deutschlands/MarxistenLeninisten

Die Situation nach der Niederlage der faschistischen Staaten

Die alliierten Staaten, die Sowjetunion, USA und England vor allem, gingen als Sieger aus dem größten Stahlbad der Weltgeschichte hervor, das den Völkern der Welt von den Imperialisten aufgezwungen worden war.

Aus diesem Krieg entstanden die Vereinten Nationen - auf Vorschlag der UdSSR und der USA - als ein Gremium, das der friedlichen Zusammenarbeit aller Länder dienen sollte, der Verhinderung eines neuen furchtbaren Krieges.

Deutschland, Italien und Japan waren geschlagen.

Sie waren zunächst aus dem Konzert der Großmächte ausgeschieden.

Als die stärksten Mächte gingen aus dem Krieg die Sowjetunion und die USA hervor, während England trotz seiner Siegerrolle stark geschwächt war, und Frankreich noch schwächer war als England.

Jetzt waren aber auch die Bedingungen dafür entstanden, dass in einer ganzen Reihe von Ländern des östlichen und südöstlichen Europa neue demokratische Staaten entstanden waren oder dabei waren zu entstehen; Staaten der Volksdemokratie, Staaten auf dem Weg zum Sozialismus.

Der Kampf der Völker dieser Länder hatte dazu geführt, dass sie einerseits die eigenen früher herrschenden, oft halbfeudalen Könige als ihre Feinde, als Vasallen der Faschisten gesehen und andererseits die kommunistischen Parteien als Kämpfer an ihrer Seite erlebt hatten. Deshalb gelangten in diesen Ländern die kommunistischen Parteien oder die nach der bitteren faschistischen Erfahrung vereinigten Arbeiterparteien in die politische Führung des Landes.

Aber auch in westlichen Ländern gewannen die Kommunisten gewaltig an Einfluss, vor allem in Italien und Frankreich, wo sie eindeutig an der Spitze des antifaschistischen Kampfes gestanden hatten.

Die kommunistische und Arbeiterbewegung war ungeheuer erstarkt. An ihrer Spitze stand die KPdSU(B), stand ihr Führer J.W. Stalin.

Vor dieser Entwicklung hatten natürlich auch die ehemaligen Alliierten Angst, die ja ebenfalls kapitalistische Länder waren, in denen eine kleine Minderheit von Finanzmagnaten das Land beherrschte.

Deshalb ergab sich schon bald, dass diese Staaten von den ursprünglich gemeinsam formulierten Zielen abgingen und einen neuen Kurs steuerten; einen Kurs der offenen Unterdrückung der Kommunisten in den eigenen Ländern und der offenen Konfrontation gegen die UdSSR und die volksdemokratischen Staaten.

Die Konvention der Vereinten Nationen, die so genannte UNO-Charta, wurde von den Westmächten im Laufe der Zeit ausgehöhlt, das Potsdamer Abkommen und die Absichtserklärungen von Jalta und Teheran zerrissen, die gemeinsamen Institutionen - wie die Pariser Friedenskonferenz und der Alliierte Kontrollrat - gespalten und boykottiert.

Da Deutschland das Land war, an dem sich die Westmächte unter der Führung der USA und die Staaten der Volksdemokratie und des Sozialismus direkt gegenüberstanden, war es logisch, dass hier die Gegensätze am schnellsten aufbrechen mussten, dass aus Deutschland abermals ein Hauptschauplatz der Weltpolitik wurde.

Am 14. Oktober 1946 sagte W.M. Molotow in der Plenarsitzung der Pariser Friedenskonferenz:

„Die Sowjetunion ist ihrem Programm des Kampfes für einen dauerhaften Frieden und die Sicherheit treu, sie verteidigt die Grundsätze der ehrlichen Zusammenarbeit der Völker. Sie haben gehört, wie vor kurzem die ruhige, feste Stimme des großen Stalin über die ganze Welt ertönte. Das Haupt der Sowjetregierung, J.W. Stalin, sagte, er glaube unbedingt an die Möglichkeit einer freundschaftlichen und dauernden Zusammenarbeit zwischen der Sowjetunion und den westlichen Demokratien, ungeachtet der bestehenden ideologischen Meinungsverschiedenheiten, und glaube auch an den freundschaftlichen Wettbewerb zwischen den beiden Systemen. Das ist die Generallinie der Außenpolitik der Sowjetunion.“[59]

Das Ziel der sowjetischen Außenpolitik jener Jahre war es, für einen dauerhaften Frieden, für Völkerverständigung und Zusammenarbeit zu kämpfen und zu sorgen. Dazu mussten die Keime des Faschismus beseitigt werden, dazu mussten Quellen eines neuen Krieges, wie die Kolonialpolitik - damals vor allem Englands beseitigt werden.

Dieses Ziel werden wir dementsprechend bei allen zu behandelnden Fragen immer wieder sehen, egal in welchem Land sich Ereignisse abspielen. Und wir werden auch immer wieder sehen, wie die Westmächte die gemeinsamen Vereinbarungen verletzten und zusehends Kurs auf einen neuen Krieg nahmen.

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